Kuba

1. Tag

Mit dem Abflug von Deutschland hat alles wunderbar geklappt. Selbst auf dem Flughafen Franfurt kam ich gut zurecht. Einzig, dass ich nach Condor suchen musste und nicht nach TUI war etwas ungewohnt für mich.
Der Flug, es war eine Boing 767 war ein seltsames Erlebnis.
Zum einen geht es in der Maschine für einen großen Menschen wie mich sehr eng her. Beinfreiheit in der Economy Class gibt es nicht. Meine Knie waren eingezwängt am Sitz des Vordermannes, der Tisch zum Essen konnte nur abgeklappt werden, wenn ich meine Füße verschränkt hielt. Also – nie wieder Economy Class.
Dann die Mitfliegenden. Da braucht man sich nicht wundern, wenn andere Völker über Deutsche eine schlechte Meinung haben. So viele fette, aufgeblasene, rauchende Saufköpfe, egal ob männlich oder weiblich habe ich selten auf einem Haufen gesehen.
Und nur so wenige „normale“ Bürger.
Ungefähr nach sieben Stunden Flugzeit war glücklicherweise das Bier leer.
Jedenfalls war an Schlaf nicht zu denken.
Abflug in Frankfurt war um 11:10, Ankunft in Varadero auf Havanna nach Ortszeit um 15:30.
Da hier die Uhrzeit sechs Stunden hinterherläuft kann man sich ja vorstellen, wie müde ich hier schon war.
Als nächstes der Zoll am Flughafen, langsam, gründlich und so richtig unwillig haben sie das Flugzeug und die Besucher abgefertigt. Wahrscheinlich waren wir der einzige ankommende Flieger an diesem Nachmittag, kaum waren wir fertig, ist eine ganze Meute Zollbediensteter abgefahren.
Das Land selbst ist erschreckend. Che Guevarra wäre über den Anblick nicht froh. Glücklicherweise kann er nicht mehr sehen, was aus seiner Revolution geworden ist. Ich habe dieses Land früher nicht gesehen, aber sehr viele Autos sind noch aus den 60zigern und noch älter. Alles was neuer ist, ist verrostet und defekt. Busse sind Lastkraftwagen, auf deren Sattelanhänger eine riesige Transportkabine aufgesetzt wurde. Diese Fahrzeuge werden hier Kamel genannt.
Da ist das ganze Land gegen die Vereinigten Staaten von Amerika eingestellt, und alles was sie wollen, besitzen und wertschätzen sind Dollar, amerikanische Autos, amerikanische Hotels und noch mal Dollar.
Eigentlich wird fast alles preisgünstige für einen Dollar verkauft. Es gibt kein Rückgeld, oder wenn, dann nur mit Schwierigkeiten. Jeder hier scheint zu denken, dass alle anderen Nationen statt Luft Dollars ausatmen. Ich finde die Mentalität dieser Menschen irgendwo erschreckend. Man geht auf die Straße und ist sofort jedermanns Freund. Jeder will dir helfen, bietet dir eine Dienstleistung an und will eigentlich nur eins – deine Dollars.
Liegt es an der Mentalität der Südländer, an der Armut der Menschen oder ist das überall so stark, wo viele Menschen zusammen sind?
Jedenfalls sind wir dann nach zwei Stunden Fahrt in Havanna angekommen. Unterwegs konnte man die heruntergewirtschaftete Gegend, Häuser, Autos und Menschen in aller Ruhe betrachten. Selbst kurz nach der Öffnung der Mauer nach Ostdeutschland hat es in den neuen Bundesländern immer noch sehr viel besser ausgesehen. Ich bin jedenfalls froh, dass ich diese Reise keinem Bekannten zur Begleitung aufgeschwatzt habe. Es gehört schon eine menge Enthusiasmus dazu, hier das Schöne zu entdecken.
Das Hotel liegt mitten in der Altstatt, was das heißt, kann man sich nur schwer vorstellen. Jedenfalls könnten hier alle Gangsterfilme der 60er gedreht worden sein. Eventuell sogar schon die Filme aus der Stummfilmära. Allerdings die „Klimaanlage“ funktioniert in den Räumen sehr gut. Es ist eiskalt, zugig und fast so laut wie in einem Flugzeug beim Start. Sicher, man kann das Ding auch abschalten, aber dann hält man es fast nicht mehr aus, da sich die Fenster nicht öffnen lassen.
Auch das Essen in diesem Hotel war eine Enttäuschung, was aber meines Erachtens mehr daran liegt, dass die Kubaner nicht gerade eine eigenständige Küche vorweisen können. Sie haben alles zusammengemischt, aber irgendwie beim Mischen die wichtigen Dinge vergessen. Gewürze scheinen außer Salz absolut unbekannt zu sein. Mischungen, wie in der Chinesischen Küche ebenso, wo man weich zu fest, süß zu sauer, scharf zu mild erhält.
Hier bekommt man Reis und Pommes als Beilage zu einem Stück nahezu ungewürzten Fisch. Saucen wie in der deutschen oder französischen Küche üblich gibt es keine. Hier kann man höchstens noch Ketchup oder Tabasco erhalten. Also, für den Gourmet sicher nicht das richtige Land.

2. Tag

Am nächsten Tag (Donnerstag) stand eine Stadtrundfahrt und ein Rundgang auf dem Programm. Das erste Frühstück war, wie schon das Abendessen recht enttäuschend. Auch so eine Mischung aus amerikanischem Frühstück mit etwas europäischen Touch. Eier werden frisch für den Gast gebraten oder als Omelett zubereitet. Von gekochten Frühstückseiern haben sie in diesem Hotel noch nichts gehört. Die Wurst ist relativ gut, so eine Art Schinkenwurst, aber auch recht fettreich. Ebenso der Schinken. Käse ist wenig vertreten und ziemlich rezent. Von der Art eines Gouda aber wesentlich kräftiger im Geschmack. Das Beste ist das Obst, Orangen, Grapefruits, Bananen und so was ähnliches wie Honigmelonen. Brot und Brötchen sind ziemlich langweilig und eher süßlich als salzig im Geschmack. Ansonsten, Konfitüren scheinen eher nicht bekannt zu sein, der Honig ist nicht sehr kräftig im Aroma und der Kaffee ist ziemlich dünn.

Der Ausflug nach Havanna war absolut interessant, die Reiseleiterin, Amaryllis souverän und sehr gut informiert. Sie kennt sowohl die Geschichte Ihrer Stadt, als auch Kultur, Treffpunkte und Gastronomie. Wobei Havanna selbst eine riesige Enttäuschung darstellt. Weltkulturerbe – wieso? Andere Städte mit mehr Geschichte und schöneren Bauwerken haben diesen Titel nicht. Aber hier hoffe ich mit entsprechenden Bildern belegen zu können, dass es nichts wirklich sehenswertes an dieser Stadt gibt. Sicher Havanna hat sehr malerische Ecken und Straßen, einen wunderschönen Friedhof, und tolle alte Bäume, meistens aus der Art der Ficus, aber insgesamt ist die Stadt schmutzig, heruntergekommen, verwahrlost und abbruchreif. Hier zu renovieren bedeutet alles abzureisen außer der Fassade. Auch im Inneren sind die Gehäuse in sehr schlechtem Zustand. briefmarke

3. Tag

Heute stand eine Fahrt in das Landesinnere auf dem Pogramm. Wir haben die Stadt Pinar del Rio und das Vinales Tal besucht. Hierzu mussten wir um 9:00 Uhr abfahren, da die reine Fahrstrecke ca. 200 km einfach beträgt. Man quält sich durch ganz Havanna, circa 7 km auf einer breiten Straße. Gesäumt ist diese Straße von den heruntergekommensten Häusern, prachtvollen alten Hotels und Clubs, und Ghettoähnlichen Trabantensiedlungen. Auch wieder ein Einblick in die Gegensätze dieses Landes. Anschließend kommt man auf die Autobahn, die das komplette Land von West nach Ost quert.
Hier scheinen alle Entfernungen nur nach der Entfernung zu Havanna gemessen zu werden. Bei dem Begriff Autobahn denken wohl die meisten Europäer an eine mindestens zweispurige Straße, große Schilder, Abfahrten in Kleeblattform und dergleichen. Aber weit gefehlt. Zweispurig ist diese Straße zwar, aber das Fahren mit höheren Geschwindigkeiten als 100 km/h ist verboten. Dieses Verbot ist meines Erachtens allerdings überflüssig, den bei höheren Geschwindigkeiten werden die Fahrzeugteile so stark beansprucht, dass der Wagen sicher nach einigen hundert Kilometern mit Achsbruch, Lenkungsschaden oder ähnlichem Defekt liegen bleibt.
Falls man nicht vorher bereits unliebsame Bekanntschaft mit einem Pferdefuhrwerk, Fußgänger, Traktor oder Fahrrad gemacht hat. Alles dies hält sich auf der Autobahn auf. Öffentliche Fahrzeuge werden mitten auf der Autobahn angehalten, von extra hierfür beschäftigten Menschen, um Mitfahrer aufzunehmen und zu transportieren. Jeder Bauer, Soldat, jede Hausfrau die außerhalb Havannas wohnt und auch die Kinder, rennen auf der Autobahn herum, treffen sich unter unfertigen Brücken, da sie dort Schatten finden, oder sitzen am Straßenrand um irgendwohin mitzufahren. Selbst Jogger finden sich am Straßenrand, oder eventuell sind es auch Marathonläufer. Ein seltsamer Anblick.
Das Land selbst ist stellenweise grandios. Ich denke mir, dass die Kubaner gar nicht wissen, wie schön das Land ist. Fruchtbare braune Erde, grüne Wiesen und Palmen, Bäume mit riesigen Stammdurchmessern, häufig von der Art Ficus und immer wieder Stauseen, Flüsschen und Hügel. Sicher, wir sind im Sommer in Kuba, hier regnet es eigentlich täglich, die Trockenzeit soll bei weitem nicht so schön sein. Aber wie ist es in Europa?
Jedenfalls ist das Land eine Augenweide.
Nach mehr als zwei Stunden Fahrt erreichten wir Pinar del Rio, eine kleine, dreckige, heruntergekommene Provinzstadt, welche in jedem Western als mexikanisch durchgehen könnte.
Die Besichtigung der Zigarrenfabrik war sehr interessant, selbst hier wollten die Arbeiterinnen für jede Kleinigkeit Dollars haben. Ein Pflanzenstängel aus dem Tabakblatt sollte am besten in Dollars aufgewogen werden. Bilder durften hier leider nicht gemacht werden. Die Gründe hierzu sind mir schleierhaft, das ganze Land ist so heruntergewirtschaftet, da käme es auf diese Bilder auch nicht an. Und das die Machos als Aufseher angestellt sind, während die Frauen arbeiten müssen, ist sicher auch kein ungewöhnlicher Anblick.
Anschließend besichtigten wir noch eine kleine Fabrik, welche sich auf die Herstellung eines Rumlikörs spezialisiert hat. Frischer Rum wird mit Guavenfrüchten angesetzt, zirka drei Monate gelagert, dann von den Früchten getrennt, mit destilliertem Wasser verschnitten um auf einen Alkoholgehalt von 30 – 40 % je nach Sorte zu kommen und in Flaschen mit jeweils 2 eingelegten Früchten abgefüllt. Die Guavenfrüchte sind etwa ein Zentimeter im Durchmesser und passen somit bequem durch den Flaschenhals.
Hier gibt es zwei Sorten, den süßlicheren, mit weiteren Aromastoffen versehenen, der 30 % Alkohol enthält und den trockenen mit 40 %.
Der süßlichere kommt bei den Europäischen Frauen besser an, der trockene ist allerdings meines Erachtens qualitativ besser.
Daraufhin wollten wir das Vinales Tal besuchen und einen unterirdischen Fluss mittels Boot befahren. Durch die erst kurz zuvor durchgezogenen Hurrikans konnte das Ende des Tals wegen Hochwasser leider nicht erreicht werden, die Bootsfahrt viel hier im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Von einem Aussichtpunkt beim Hotel Los Jazmines konnten wir das Tal besichtigten.
Hier ist Kuba wirklich wunderschön. Der Anblick ist sagenhaft schön, am ehesten vergleichbar mit der Sächsischen Schweiz. Wobei natürlich die Palmen und Hibiskusbäume, die Ficus und Aufsitzerpflanzen nicht dazupassen.
Nach dem Mittagessen im Hotel am Aussichtpunkt versuchten wir so weit wie möglich in das Tal hineinzufahren, als die Straße dann nach etlichen Kilometern unter Wasser stand, musste Victor unser Busfahrer aber passen.
Hier konnten wir nochmals für eine kurze Fotopause an der Cueva de Vinales anhalten, einer kleinen Höhle, welche als Diskothek verwendet wird. Die Bilder sollten selbsterklärend sein, man sieht die überschwemmte Straße, der Grund unserer Umkehr.
Anschließend fuhren wir, nach einem kurzen Halt in dem Dorf Vinales zurück nach Havanna.
Unterwegs konnten wir noch ein kleines tropisches Gewitter erleben, in Havanna allerdings schien die Sonne. Hier erhielten wir von Frau Vivian, der örtlichen Reiseleiterin noch einen Mojito als Begrüßungstrunk.

4. Tag

Heute besuchten wir in Havanna die Festung San Carlos de la Cabana und das Castillo del Morro. Beide wunderschön gelegen, auf der Nordseite der Bucht von Havanna. Castillo del Morro diente zur Verteidigung der Bucht vor Seeräubern. Von dieser Festung war eine Eisenkette bis zur anderen Seite der Bucht gespannt, zum Castillo de San Salvador de la Punta.
San Carlos de la Cabana wurde erst später gebaut, während der spanisch englischen Kriege 1764-1774.
Hier sind heute noch eine Militärakademie und mehrere kleine Museen untergebracht.
Daran anschließend ging die Fahrt weiter, nach Cojimar. In diesem Fischerdörfchen hatte einst Ernest Hemingway seine Yacht Pilar vor Anker liegen. Leider erlitt ich hier Schiffbruch, besser gesagt mein Foto. Der Film wurde nicht transportiert, so dass von Cojimar keine eigenen Bilder in diesem Bericht untergebracht werden können. Hier werde ich allerdings versuchen von Mitreisenden Bilder zu besorgen, welche dann natürlich entsprechend gekennzeichnet sind.
Weiter ging die Fahrt zur Finca Vigia, dem letzten Wohnsitz von Ernest Hemingway. Diese Finca befindet sich in dem kleinen Städtchen San Francisco de Paula. Hier darf man nur für ein fürstliches Entgelt von
5 US $ fotografieren, ohne Blitz und nur durch die geöffneten Fenster. Sicher, ein lohnenswertes Motiv, aber meines Erachtens diesen Preis nicht wert. Unter der Hand werden Postkarten mit Bildern der Zimmer verkauft, im üblichen Touristenshop sind keine Bilder des Hauses erhältlich.
Als nächstes fuhren wir zu den Gebäuden der Expo-Cuba, in deren Lokal wir das Mittagessen (bis zu dem Zeitpunkt das beste in Havanna) einnahmen.
Am Abend ist noch die Kanonenschusszeremonie eingeplant, über die werde ich anschließend noch schreiben.
Mittels Taxi wurden wir vom Hotel abgeholt, ein sehr gut Deutsch sprechender Führer begleitete uns und führte uns zuerst noch einmal in das kleine Museum für Che Guevarra auf der Festung San Carlos de la Cabana. Die Informationen die wir hier erhielten waren sehr detailliert, fachkundig und überzeugend vorgetragen. Dann gingen wir innerhalb der Festung zur Kanonenschusszeremonie, einer sehr stimmungsvolle Angelegenheit, welche an jedem Tag des Jahres immer um 20:45 bis 21:00 Uhr in der Festung San Carlos de la Cabana stattfindet.
Diese Zeremonie wird von den dort stationierten Soldaten in Kostümen des 17ten Jahrhunderts abgehalten. Von einer Gruppe von sechs Soldaten wird nach Ausschalten der Beleuchtung, im Licht von Fackeln und Leuchtfeuern eine alte Kanone geladen und pünktlich um 21:00 abgefeuert.
Dies war früher das Signal die Stadttore zu schließen und die Kette durch die Buchtmündung zu spannen um nächtlichen Angriffen gewappnet zu sein.
Ursprünglich wurde die Zeremonie im Castillo del Morro durchgeführt.
Das daraufhin folgende Essen im Restaurant Cafe de la Oriental war bisher das beste Essen in Havanna. Allerdings zählt dieses Restaurant sicher zu den besseren Adressen Havannas, bei Weinpreisen ab
19 US $ die Flasche. Die Musik im Restaurant war sehr stimmungsvoll, der Sänger versucht sich im Stil der 30er bis 40er Jahre, ich musste dabei immer an den Film Casablanca denken. Wobei sogar ein Song von den Beatles vorgetragen wurde.

5. Tag

Fahrt von Havanna in die Region Mantanzas auf die Peninsula de Zapata. Unterwegs kurzer Halt an einer Raststätte, wo man sich die Tierwelt Havannas anschauen und fotografieren kann. Gegen Entgelt, dem üblichen Dollar, wird einem sogar eine kleinere Schlange (circa 1m) auf die Schulter gelegt.
Anschließend weiterfahrt zu einer Krokodilstation. Hier werden kubanische Krokodile zur Hautgewinnung gezüchtet. Witterungsbedingt, es war sehr heiß, waren nur wenige Krokodile zu sehen. Auch hier das typische Bild für einen Dollar, diesmal mit einem Krokodil im Arm. Landschaftlich ist die Gegend sehr reizvoll, ein riesiges Sumpfgebiet, wo das Wasser bis zur Straße reicht. Hier soll es wild lebende Krokodile geben, welche eine Länge von bis zu 4 Meter erreichen und ziemlich angriffslustig sind. Entlang der Straße werden Pferde angebunden, die sich dann auf dem schmalen halbtrockenen Streifen ihr Futter suchen können. Seerosen in Massen, alle weiß. Selbst Wasserbüffel sind über die Straße gezogen und im Sumpf verschwunden. Zudem Reiher, eine graue und in den trockeneren Gebieten eine weiße Art. Das Wasser im Sumpf ist von der Farbe her das typische Schwarzwasser der Tropen. Kleine Fische, meines Erachtens Barschähnliche sind zuhauf vertreten. Sie werden direkt von der Straße gefangen und dort sogar auch ausgenommen und verspeist. Entlang der Straße die typischen Kubanischen Straßendörfer, kleine einfache Hütten, oft noch mit Palmdach und fast alle in Blau gestrichen.
Nach der Krokodilfarm fuhren wir auf derselben Straße wieder aus dem Schutzgebiet heraus um im Pio Cua Restaurante das Mittagessen einzunehmen. Das erste Restaurant in Kuba ohne Klimaanlage das mir begegnet ist. Allerdings sehr große Ventilatoren an der Decke, offene Fenster und eigentlich auch nicht als Haus gebaut, sonder hüttenähnlich aus Palmholz mit Palmdach. Hier gab es auch zum ersten Mal Rindfleisch zum Essen. Zubereitet ähnlich wie Gulasch, allerdings mit langfaserigem Fleisch, welches eher zerrupft als in Würfel geschnitten ist. Ein empfehlenswertes Essen, zumindest im Vergleich zu dem Essen in Havanna oder in Pinar del Rio.
Hier muss ich wieder irgendwo fotografischen Schiffbruch erlitten haben, irgendwann habe ich einen 400 ASA Film eingelegt, den Foto auch umgestellt, aber beim Wechsel auf den 100 ASA Film vergessen zurückzustellen. Bin mal gespannt, wie welche Bilder geworden sind.
Danach weiterfahrt zum Museum an der Schweinebucht. Also, aus Zapata heraus, und entlang der Küste nach Playa Giron. Diese Küste wird für Ausländische Touristen nicht so stark benützt, hier darf der Kubaner und eventuell mal ein Individualreisender Urlaub machen. Der Strand ist steinig bis schlammig, das Wasser aber sehr klar und sauber, da es keine Industrie gibt.
Das Museum an der Schweinebucht ist enttäuschen, innerhalb des Museums wird man ebenfalls für das Fotografieren zur Kasse gebeten, dabei sind in den zwei Räumen hauptsächlich Kopien von Dokumenten, Bilder aus der Zeit und ein paar persönliche Gegenstände der Gefallenen ausgestellt. Außerdem noch ein paar Waffen (Maschinengewehr, Granatwerfer und eine Maschinenkanone zur Flugzeugabwehr). Außerhalb stehen insgesamt drei Panzer, ein Flugzeug, ein Lastwagen, ein Landungsboot (sehr klein) und noch etwas Schrott von zerstörten Flugzeugen herum. Dafür kann man hier wenigstens kostenlos fotografieren. In den Läden gegenüber kann der Reisende seine Getränkevorräte zu einem moderaten Preis (für die Gegend) wieder auffüllen.
Zuletzt fuhren wir weiter nach Cienfuegos, einer kleinen Provinzstadt mit etwas 120.000 Einwohnern.
Diese Stadt sieht recht einladend aus, das Theater am Ort ist malerisch, hier soll sogar Enrico Caruso mal gesungen haben.
Aber auch hier gibt es bettelnde Menschen und man wird angeschaut wie eine Melkkuh.
Das Hotel La Union wird den Reisenden sicher erfreuen, es liegt zwar mitten in der Stadt, in der Fußgängerzone direkt am Plaza aber es ist sehr sauber, geräumig und nett eingerichtet. Allerdings sollte man versuchen die Straßenabgewandten Zimmer zu erhalten, auch das Ding-Dong des Aufzugs ist auf Dauer etwas nervend. Aber auch hier hilft, wie in Havanna, Rum. Wobei die Klimaanlage das Prädikat „sehr gut“ verdient – leise, zugfrei und effektiv.
Das Abendessen war recht ansprechend, ich hatte mich diesmal für eine Art Hühnerfrikassee entschieden. Bei dieser Art kubanischem Frikassee wird das Huhn nur ein einziges Mal in der Mitte durchgeschnitten und dann in einer Art Tomatensauce mit den üblichen Kartoffeln und Reis serviert.

6. Tag

Am diesem Morgen hatten wir reichlich Zeit. Wir wollten um 10:00 in Cienfuegos losfahren, so dass wir nochmals durch die Stadt schlendern konnten. Morgens riecht es in dieser Stadt nach Käse, Kaffee und Knoblauch, zumindest in der Fußgängerzone, wo schon gegen 9:00 die Messchenschlange vor den Imbissbuden steht. Das Licht zum fotografieren ist im Oktober ab circa 8:00 angenehm, es ist hell und sehr warm. Insgesamt ist es aber zu dieser Jahreszeit recht heiß in dieser Gegend Kubas, was mit Sicherheit auch am Karibischen Ozean liegt. Ganz allgemein kann man zum Thema Licht und fotografieren sagen, dass es in Kuba nur sehr kurze Sonnenauf- und -untergänge gibt, der Tag hat ziemlich genau 12 Stunden, von morgens 7:30 bis abends 19:30. Die Dämmerung dauert maximal 30 Minuten, dann ist es auch schon Nacht.
Pünktlich um 10:00 Abfahrt zum Jardin Botanico de Cevuencas (Botanischer Garten von Cienfuegos). Für den Pflanzenfreund gibt es hier 2.000 verschiedene Arten aus Kuba, Lateinamerika, Afrika und Asien. Davon alleine 60 verschiedene Palmen- und 20 Bambusarten.
Eine kurze Führung hatten wir in spanisch, allerdings mit Übersetzung in das Deutsche durch Amaryllis. An einem Stand in der Mitte des Parks gibt es selbstgepressten Saft eines Fruchtbaumes aus Afrika oder Asien zu kaufen (der übliche Dollar) aber auch Kokosmilch, Kaffee, Bier usw.
Danach fuhren wir erneut durch Cienfuegos um nach Playa Rancho Luna zu gelangen, einem kleinen Ort direkt am Meer, wo wir einen Prunkpalast besichtigt und zu Mittag gegessen haben. Das Restaurant liegt zwar sehr schön, mit Terrasse am Meer, das Essen ist aber höchstens Durchschnitt.
Dann fuhren wir entlang der Berge und des Meeres auf einer landschaftlich reizvollen Straße weiter über Maria Aguilar, bis zur Playa Ancon, wo wir im Hotel Tinidad del Mar untergebracht wurden. Dieses Hotel liegt direkt am Karibischen Meer, das Wasser ist sehr sauber, allerdings mit Sand und Seetang versetzt. Für meine Verhältnisse ist das Wasser zu warm um einen Abkühlungseffekt zu erreichen, so circa 30 Grad dürften es schon sein. Das erste Bad in der Karibischen See – was für ein Gefühl. Die Sonne geht hier so gegen 19:00 Uhr unter, wer Sonnenuntergänge fotografieren möchte, muss sich beeilen. Sobald die Sonne weg ist, kommen die Moskitos und Stechmücken aus den Mangroven, es wird dann Zeit das Weite zu suchen.
Das Abendessen war einfach fürstlich. So reichlich, abwechslungsreich und lecker habe ich bis zu diesem Zeitpunkt in Kuba nicht gegessen (All-Inklusiv, das Armband ist zu tragen).
Am nächsten Tag wollen wir um 9:00 aufbrechen, da ich noch Bilder vom Sonnenaufgang fotografieren möchte, habe ich das All-Inklusiv Angebot nicht weiter genutzt.

7. Tag

Heute bin ich um 6:30 aufgestanden, um kurz nach 7:00 Uhr war ich bereits am Strand. Die Sonnenaufgänge sind auf Kuba genau so kurz wie die -untergänge. In 30 Minuten ist alles vorbei. Die Sonne geht weder direkt über dem Meer, Küste oder Land auf, noch versinkt sie dort. Sie hört schon weit über dem Horizont auf zu scheinen. Trotzdem hoffe ich, einige brauchbare Aufnahmen gemacht zu haben, Am Abend und auch am Morgen wimmelt der Strand von Krabben. Diese halten sich unter Büschen, Sträuchern oder Bäumen auf und sind eigentlich recht einfach zu fotografieren. Allerdings sollte man mindestens ein 200 mm Objektiv verwenden, da die Fluchtdistanz bei etwas einem Meter liegt. Außerdem wimmelt es in den sumpfigeren Gebieten von kleinen Fröschen, welche mit etwas Ausdauer und der richtigen Ausrüstung ebenfalls gut zu fotografieren sind.
Um 9:00 Uhr, nach einem reichhaltigen Frühstück, Abfahrt nach Trinidad.
Dort haben wir zuerst einen Aussichtspunkt besucht, um die Umgebung anschauen zu können. Trinidad lebte von Zuckeranbau und ist somit eine sehr arme Gegend.
Anschließend zurück in die Stadt, wo wir zuerst eine kleine, als Familienbetrieb geführte Töpferei besichtigt haben.
Sobald die ärmeren Bewohner Trinidads einen Touristenbus sehen, geht die Bettelei los. Diese Menschen wollen wirklich noch Seife, Kulis oder Shampoo. Wobei der Dollar natürlich auch gerne genommen wird.
Daraufhin sind wir in Trinidads Stadtzentrum gefahren, welches von der Unesco ebenfalls als Weltkulturerbe eingestuft wurde. Hier einen Stadtrundgang zu machen bedarf schon etwas stärkerer Nerven. Die Bewohner sind nicht so aufdringlich wie in Havanna, aber hier glaubt man die Not wirklich zu spüren. Während der Stadtbesichtung haben wir ein Herrschaftliches Haus besucht, welches mit seinem Turm eine gute Aussicht über den alten Zentralplatz bietet. Anschließend Einkehr in einem kleinen Lokal, wo es ein örtliches Getränk namens Conchanchara gibt. Dies ist Zitronensaft mit Eis, Honig usw. und wird in kleinen Tontassen serviert. Danach konnten wir bis zum Mittagessen Trinidad auf eigenen Wegen erkunden. Bemerkenswert ist die alte Kirche am Zentralplatz, welche schöne, hölzernen Altäre bietet.
Mittagessen im Restaurant war das übliche Kubanische Einheitsessen, absolut unspektakulär, so dass es auch nichts ausmacht, wenn mir der Name des Restaurants nicht mehr einfällt.
Trinidad ist die heißeste Stadt von ganz Kuba, auch sind viele Bewohner negroider Abstammung. Das hört man auch ganz stark in der örtlichen Musik, welche viel stärker afrikanisch geprägt ist.
Nach dem Verlassen von Trinidad sind wir durch das Küstengebirge nach Santa Clara gefahren. Dies war dann der politische Pflichtteil der Reise, hier liegt Ernesto Che Gevuara begraben.
Eine völlig unspektakuläre Stadt, langweilig sowohl in städtebaulicher Hinsicht, als auch sonst. Das einzig Bemerkenswerte ist eben, dass Che hier begraben liegt, sein Mausoleum beherbergt auch gleich ein Museum für den Volkshelden.
Anscheinend wurde Che aus verschiedenen Gründen so abgelegen beerdigt. Zum einen kommt seine letzte Frau aus Santa Clara, die hatte hier schon ein Museum für ihren Mann eingerichtet, zum anderen fand in Santa Clara das kriegsentscheidende Gefecht statt. Nach dem Verlust dieses Kampfes hat sich das Batista Regime aus Kuba zurückgezogen und ist in die USA emigriert.
Auch hiervon gibt es in Santa Clara eine kleine Gedenkstätte mit musealem Charakter. Ein paar Eisenbahnwagen, etwas Beton, eine Planierraupe und schon kann man von den Touristen Geld verlangen.
Am Abend sind wir in einem Hotel etwa 5 km außerhalb von Santa Clara eingezogen. Das Essen ist bisher ansprechend, nicht so exklusiv wie am Karibischen Meer, aber reichlich und abwechslungsreich. Die Wohnhütten sind mit Palmdach gedeckt. Zimmer ordentlich, Klimaanlage lautstark, Pool und abendliche Animation sind vorhanden.

8. Tag

Dies war der letzte Tag der Rundreise, frühmorgens ist es in dem Hotel bei Santa Clara am schönsten. Kurz nach Sonnenaufgang ist das Licht sehr angenehm, es muss Spaß machen spazieren zu gehen und zu fotografieren. Leider hatten wir an diesem Tag keine Zeit mehr dafür. Nach dem Frühstücksbüffet brachen wir gegen 9:00 Uhr auf um nach Varadero zu fahren. Eine Strecke von etwa 240km, welche wir mit einem kurzen Aufenthalt an einer Raststätte und einen kurzen Unterbrechung zum Kauf von Guave Früchten direkt an der Straße ohne weitere Besichtigung durchgefahren sind.
Amaryllis hat diese Früchte an alle Mitfahrer verteilt, Ihr Dankeschön für die erhaltenen Trinkgelder.
Geschmacklich ist die Guave ausgesprochen lecker, man ißt sie wie einen Apfel, inklusive der Schale, allerdings scheinen es eher so eine Art Stachelbeeren mit kleinen Kernen zu sein.
Ankunft in Varadero so gegen 12:30 Uhr mittags. Anschließend einchecken im Hotel Rio Turquesa.
Ein typisches Touristenhotel, sauber, ordentlich geführt und mit großen Zimmern. Allerdings auch mit allen touristischen Nachteilen, wie Anonymität, Massenabfertigung und Lärm.
Sofort nach dem Bezug des Zimmers an den Strand. Dieser ist mit wunderbar weichem Sand, warmem sauberen Wasser und nicht allzu viel Lärm sehr angenehm. Keine Touristenhorden dicht an dicht. Selbst Nachmittags konnte ich noch einen Sonnenschirm und eine Liege ergattern, Tretboote, Kanus und Katamarane waren auch noch genügend frei.
Der Sonnenuntergang war sehr schön anzuschauen, aber so einen richtig roten Himmel, wie von Europa gewohnt, gibt es hier auch nicht. Einziges großes Manko: es sind keine Palmen an diesem Strandabschnitt vertreten.
Mal schauen, was ich da als Motiv für die Bilder verwenden kann.

9. und 10. Tag

Zwei Tage nur gefaulenzt. Am Strand gelegen, geschwommen, Tretboot gefahren und gelesen. Sonst gibt es hier eigentlich nicht zu berichten. Die Einführungsveranstaltung der Reisegesellschaft war für uns „Kuba-erfahrene“ absolut unnötig, deshalb haben wir auch den Neulingen den Vortritt gelassen und sind zum Strand. Von den Mitreisenden sind außer mir noch sechs weitere in dem Hotel Rio Turpuesa abgestiegen, ein Pärchen, zwei gemeinsam Reisende Schwestern und 2 gemeinsam Reisende Kumpels oder Studienfreunde. Mit den Schwestern gehe ich zum Abendessen und wir passen am Strand gegenseitig auf die mitgenommenen Dinge auf.
Außerdem habe ich mit Ihnen am neunten Tag abends die Tanzveranstaltung des Hotels angesehen, ´ne Wucht war das Ganze nicht. Halt ganz normale Touristenanimation.
Morgen wollen wir mal Varadero besuchen, mit so einem Touristenzug mal eben für sechs Dollar die Stadt anschauen.
Essen ist gut, Frühstück o. K., der Stand und das Wasser sind einfach phantastisch. Warum soll man da nach Deutschland zurück?

11. Tag

Heute mit dem „Touristenzug“ nach Varedero gefahren. Fahrtdauer insgesamt etwa 3 Stunden, für die sechs Dollar sieht man aber nicht genug. Die reinen Touristen, welche keine Rundreise gemacht haben, erhalten ein völlig verzerrtes Bild von Kuba. In Varadero sieht man nur die relativ Reichen Kubaner und eben die Touristen.
Während der Fahrt werden kurz die Namen der Hotels genannt, an denen man vorbeifährt, Kirchen gezeigt und kurz an ein paar Stellen angehalten. Erster Halt an der Plaza Americana, einem großen, modernen Einkaufszentrum, dann zum Rum kaufen an einem Rumshop mit 96 verschiedenen Rumsorten. Anschließend gegenüber in ein Zigarrengeschäft. Als nächstes kurz durch Varadero, an einem Touristenmarkt halt gemacht um Souvenirs einkaufen. Darauf folgend das Haus von Al Capone, dem Mafioso aus den Dreißigern von außen angeschaut und noch das Hotel Xanadu von außen betrachtet. Dies ist wohl das schönste Hotel auf der Halbinsel, ein 5 Sterne Prachtbau mit schönen Palmen im Garten.
Das war es dann auch schon und zurück in das Hotel. Da das Wetter heute nicht ganz so gut ist, es sind laufend Gewitterwolken am Himmel, wird es wohl nichts mit den Sonnenuntergangsbildern. So langsam sollte wieder etwas Action in den Urlaub kommen, einen zweiwöchigen Strandurlaub würde ich wegen Langeweile ganz sicher nicht genießen können. So viel kann man gar nicht lesen.

12. Tag

Morgens kurz nach fünf Uhr aufgestanden, in der Absicht am Strand entlang bis zum Ende der Insel zu gehen um den Sonnenaufgang zu fotografieren. So gegen halb sechs losgelaufen. Am Strand war es noch stockfinster mit Ausnahme der Lampen an den Strandhäuschen. Am Himmel großes Wetterleuchten und kräftiger Wind. Kurz vor sieben Uhr am Ende des begehbaren Teiles angekommen. Am Hotel Paradiso hört der Sandstrand auf und eine Felsenküste fängt an. Immer noch stockfinster. Circa 100 Meter auf den Felsen weitergegangen, aber wegen mangelnder Sicht und der Gefahr einer Verletzung umgekehrt. Die Kalkfelsen sind ziemlich uneben und es hat tiefe Löcher in denen man das Meer gegen die Wände klatschen hört.
Auf einem Zufahrtsweg dann zur Straße gelaufen, in der Absicht dieser folgend auf die andere Seite der Küste zu gelangen. Varedo ist ja relativ schmal, es sollte also eigentlich kein Problem sein. Da fing dann allerdings ein tropischer Regen an, so dass ich innerhalb weniger Minuten komplett durchgeweicht war. Aus diesem Grund meine Absicht erst mal aufgegeben und entlang der Straße Richtung Hotel zurückgegangen. Unterwegs wurde ich von einem Lastwagenfahrer mitgenommen, der mich bis vor das Hotel gefahren hat – OHNE DOLLARS!!
Nach dem Frühstück den Weg am Strand entlang erneut gegangen, das Unwetter hatte aufgehört und das Meer wurde langsam ruhiger. Eine gute Gelegenheit Muscheln zu sammeln. Unterwegs an einem kleinen Palmenwald noch kurz fotografiert, anschließend zurück ins Hotel um die nassen Sachen zu trocknen und etwas Körperpflege zu betreiben. Außerdem auf der Terrasse an der Homepage gearbeitet. Abends dann kurz bei der hoteleigenen Band ein Stück ihres Konzerts angehört. Lohnt sich allerdings nicht.

13. Tag

Nach dem Frühstück zum Strand und eine Runde „Kajak“ gefahren. Da die Dinger sehr klein sind, ich meine Füße darin nicht ausstrecken kann und deshalb sehr hoch sitze, habe ich darin einen sehr hohen Schwerpunkt. Das habe ich zu meinem Leidwesen dann in der Brandung erfahren, als das Ding mit mir umgekippt ist. Ansonsten bis 14:00 Uhr am Strand gelegen, fleißig geschwommen und gebräunt. Danach Siesta im Schatten um keinen Sonnenbrand zu bekommen.
Ab 17:00 Uhr Regen bzw. starker Regen.

14. Tag

Heute zum Ende der Halbinsel Varadero gewandert. Bei Punta de Morlas, dem letzten Ort ganz am Ende sind riesige Baustellen. Hier werden Hotels für weitere Touristen gebaut. Zwei 5 Sterne Bauten sind schon fertig, am Eingang sind Schranken und Wächter.
Der Strand am Ende der Halbinsel, offiziell „Peninsula de Hicacos“ im Reiseprospekt meist nur als Varadero bekannt, ist nicht so breit und hat mehr Sumpf und Mangroven zu bieten. Zudemhin sind wilde Müllkippen in rauhen Mengen, riesige Baustellen mit viel Lärm und fehlende Infrastruktur nicht eben anziehend für die Touristenströme. Wenn man allerdings einen ruhigen und sauberen Flecken gefunden hat, kann man wunderbar die aus- und einlaufende Schiffe beobachten.
Auf dem Rückweg noch die Höhlen „Cueva de Muselmanes“ und die „Cueva de Ambrosia“ besichtigt. Beide liegen im Naturpark von Varadero, wobei erstere mitten im Wald liegt, keinen Eintritt kostet und aus mehreren kleinen Höhlen besteht, wobei in einer der Höhlen sogar ein menschliches Skelett ausgestellt wird. Der Weg zu dieser Höhle ist sehr schlecht ausgeschildert, und sollte nur mit guten Schuhen begangen werden. Wenn man diesem Weg versucht bis an das Ende zu folgen, steht man plötzlich vor einem kleinen Sumpf und muss wieder umkehren. Allerdings lohnt sich die Besichtigung unbedingt, schon wegen der wunderschönen Natur. Kakteen oder Wolfsmilchgewächse in Baumgröße, sehr schöne Schmetterlinge usw.
Die Cueva de Ambrosia kostet mit Führung drei Dollar Eintritt pro Person. Die Führung findet in Englisch oder Spanisch statt und ist nicht unbedingt erschöpfend, aber unterhaltsam. Die Höhle hat eine Länge von ungefähr 300 Metern und mehrere Nebengänge. Sofern Sie eine Taschenlampe dabei haben, ist es empfehlenswert sie zur Führung mitzunehmen. Bei mir hatte der Führer nur eine kleine Helmlampe mit schwachen Batterien. Die Felszeichnungen sind sehr schön. Außerdem bietet sich die Gelegenheit Fledermäuse zu fotografieren.
Insgesamt hat dieser Ausflug zu Fuß vier Stunden gedauert, mit dem Taxi oder den überall erhältlichen Leihrollern ist man wesentlich schneller unterwegs.
Ab 16:30 Regen. Die von mir gebuchte Katamaranfahrt wurde wegen gesperrtem Hafen erneut verschoben, diesmal auf Freitag oder Samstag. Da bin ich allerdings nicht mehr in Kuba.

15. Tag

Der letzte Urlaubstag. Morgen abend 18:00 geht der Flieger zurück nach Deutschland. Nachfrage hat ergeben, dass der Hafen für Segelschiffe wegen eines heranziehenden tropischen Sturmes gesperrt
wurde. Ausläufer des Sturmes haben wir wohl abbekommen. Das Meer war stark aufgewühlt, ein kräftiger Wind wehte und die Wellen waren relativ kräftig. Zum ersten mal Wellen mit weißen Kronen.
Heute noch einmal den ganzen Tag am Strand verbracht. Sonne tanken, Abschied nehmen und ausgiebig gegen die Wellen anschwimmen. Etwas Wehmut macht sich schon breit.

16. Tag

Aufbruchstimmung
Letzte Bilder – letzte Einkäufe.
Alles gepackt.
Wehmut macht sich breit, der Urlaub ist schon wieder vorbei.
Dann geht es an das auschecken im Hotel. Fahrt zum Flughafen Varadero.
Und sofort wieder einchecken zum Heimflug. Leichte Schwierigkeiten mit dem Flughafenbeschäftigten. Er hat ein Problem damit, dass ein Mann zwei Koffer mit sich führt. Geht zu seiner Vorgesetzten und ich kann warten bis alle anderen an mir vorbei sind. Dadurch sind keine Raucherplätze mehr frei. Also fliege ich halt als Nichtraucher. Der Start ist problemlos, der Flug selbst über dem Atlantik ab der Höhe von Grönland für etwa 45 Minuten etwas unruhig. Aber alles geht glatt.

17. Tag

Im Flugzeug kann ich wegen Platzmangel nicht schlafen. Glücklicherweise habe ich die Kinofilme noch nicht gesehen. Durch Rückenwind sind wir 20 Minuten zu früh in Frankfurt und können erst mal über dem Flughafen kreisen. Landung ist absolut perfekt. Auschecken geht reibungslos, der Zollbeamte will nichts von mir. Auf dem Bahnhof muss ich fast eineinhalb Stunden auf den nächsten ICE warten. Gegen 14:00 bin ich wieder Zuhause.

Fazit
Ein rundum gelungener Urlaub – leider viel zu kurz. Ich denke, Kuba sieht mich wieder